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Die aktuelle Konzeption kann hier heruntergeladen werden. Sie ist ebenso Teil des KiKS Kurzbericht 2009, der die Aktivitäten und Partner des vergangenen Jahres dokumentiert und Grußworte der drei Referate Soziales, Schule und Kultur enthält.


Die Vertragsstaaten achten und fördern das Recht des Kindes auf volle Beteiligung am kulturellen und künstlerischen Leben und fördern die Bereitstellung geeigneter und gleicher Möglichkeiten für die kulturelle und künstlerische Betätigung sowie für aktive Erholung und Freizeitbeschäftigung.“ (Übereinkommen über die Rechte des Kindes der Vereinten Nationen, Artikel 31 / Absatz 2)
Die Formulierung des Anspruchs und Rechts auf (kulturelle) TEILHABE setzt voraus, dass Kinder als Teil eines Ganzen gesehen werden. (Kulturelle) Teilhabe ist also Voraussetzung für gelingende gesellschaftliche Integration. Mit der Betonung der (geeigneten und gleichen) kulturellen und künstlerischen Betätigung ist verdeutlicht, dass es hier nicht nur um eine Anpassungsleistung von Kindern geht. Vielmehr stehen die Vertragsstaaten in der Pflicht, Kindern und Jugendlichen Möglichkeiten für eigene (und eigensinnige) Lernmilieus und Produktionsprozesse bereitzustellen.
So gesehen ist die Beteiligungsforderung nur in einem Konzept kultureller VIELFALT zu verstehen und auch nur auf der Basis eines erweiterten Kulturbegriffs, der eine Engführung auf die Künste vermeidet.
BILDUNG, so beschreibt es sinngemäß der Forderungs- und Empfehlungskatalog des Deutschen Kulturrats (Konzept Kulturelle Bildung III) ist eine Voraussetzung für die Realisierung des Rechts auf soziale, ökonomische, politische und kulturelle Teilhabe. Ein weites Verständnis von Bildung und Erziehung macht eine Vielzahl von Bildungsformen, Bildungs- inhalten und Bildungsorten erforderlich. Notwendigerweise müssen die damit befassten Institutionen, Einrichtungen und Gruppen, sowie die verschiedenen Politikfelder neue Kooperationsformen dafür entwickeln und sich – im Sinne einer gemeinsamen Bildungsanstrengung für alle Kinder und Jugendlichen – zur Zusammenarbeit verpflichten.
KULTURELLE BILDUNG ist unverzichtbar ein Bestandteil von Bildung. Sie setzt auf nonformales Lernen und ihre Angebote sind an grundlegende strukturelle Voraussetzungen gebunden.
Eine davon ist die Freiwilligkeit der Teilnahme an den Angeboten. Die Entwicklung von Verbindlichkeit und Kontinuität ist Bestandteil eines gemeinsam ausgehandelten Prozesses. Dieser setzt darauf, dass es für die Kinder und Jugendlichen Sinn macht, sich an den Angeboten zu beteiligen.
Heiner Keupp (2006)* formuliert als Voraussetzungen für gelingende Teilhabe über die Herstellung eines kohärenten Sinnzusammenhangs (eigene Lebenserzählung) noch weitere:
- Die Fähigkeit zum „boundery management“ (eigene Grenzziehungen) - Das Vorhandensein „einbettender Kulturen“ (soziale Netzwerke) - Die Notwendigkeit einer materiellen Basissicherung (als Zugangsvoraussetzung) - Die Erfahrung von Zugehörigkeit - Kontext der Anerkennung (als Basis für gelingende Identitätsarbeit) - Die Möglichkeit zur Beteiligung am alltäglichen interkulturellen Diskurs - Das Vorhandensein zivilgesellschaftlicher Basiskompeten (Erfahrung von Selbstwirksamkeit in „bürgerschaftlichen“ Projekten)
Heiner Keupp: Bildung zwischen Anpassung und Lebenskunst. Ressourcen der Lebensbewältigung, Vortragsmanuskript für St. Johann im Pongau, März 2006
Wer sich auf dieser Basis dem Anspruch verpflichtet sieht, kulturelle Teilhabe zu ermöglichen und in Projekten kultureller Bildung für Kinder und Jugendliche zu organisieren, muss feststellen, dass dies nicht selbstverständlich und nicht überall in gleichem Maße funktioniert. Benachteiligte Kinder müssen von daher verstärkt in den Blick genommen werden. TEILHABEGERECHTIGKEIT bedeutet nicht, für alle Kinder das Gleiche anzubieten. Vielmehr müssen die Akteure im Arbeitsfeld der Kulturellen Bildung in der Lage sein, unterschiedliche Orte einzubeziehen und höchst differenzierte Projektmilieus und Lernatmosphären herzustellen.
Kulturelle Bildungsarbeit ist von daher notwendigerweise KOOPERATIONSARBEIT in einer Bildungslandschaft. Überinstitutionelle und spartenübergreifende Zusammenarbeit schärft den Blick auf die aktuellen Lebenslagen der Kinder und Jugendlichen, macht die Angebote ANSCHLUSSFÄHIG und hält die fachliche Debatte über die QUALITÄT und aktuelle Zielsetzungen kultureller Bildungsarbeit in Gang.
Mit dem Begriff KINDERKULTUR, den das Projekt im Titel führt, wird betont, dass Kinder als eigenständig kulturell Handelnde im Zentrum aller kulturellen Bildungsprojekte zu sehen sind. Kinder haben eigene Konzepte von Wahrnehmung und Gestaltung ihrer Lebenswelten – in Abgrenzung zu denen der Jugendlichen und der Erwachsenen. Gleichzeitig und notwendigerweise beziehen Kinder sich darauf und experi- mentieren mit dem Repertoire an Ritualen, Formen, Rollen, Deutungsmustern und Dingen – vorausgesetzt sie haben dazu die Möglichkeit. Kinderkultur ist nicht (nur) „Kultur für Kinder“ sondern „Kultur mit Kindern“ und vor allem „KULTUR DER KINDER“ – in der Betonung partizipativer und eigentätiger Anteile.


Der Kinder-Kultur-Sommer macht Werbung für das langfristige Projekt Kulturelle Bildung in München. Er ist Informations- plattform, Diskussionsforum, Fokus, Experimentierfeld, Ausgangspunkt und Rahmen für Projektpräsentationen. Er verweist auf die Bedeutung und Besonderheit kultureller Projekte für Kinder und auf ihre notwendige Vielfalt, auch vor dem Hintergrund einer gemeinsamen Gestaltung von Stadt- gesellschaft.
Im Programm des Kinder-Kultur-Sommers werden alle Kunst- und Kultursparten dargestellt, viele der kulturpädagogischen Projekte arbeiten spartenübergreifend und/oder lassen sich nicht auf eine Sparte reduzieren.
Kultureinrichtungen, Schulen, Einrichtungen der Jugendhilfe und Vereine entwickeln eine Kooperationskultur im Interesse derer, für die sie die Kinderkulturangebote schaffen. Sie verorten sich in der Bildungslandschaft Stadt, positionieren sich in aktuellen stadtweiten Diskussionen, publizieren gemeinsam und stellen – alle zwei Jahre – ein Festivalprogramm zusammen.
Zwischen kontinuierlichen, dezentralen Angeboten im Stadtteil und einem Fest(ival) der Kinderkultur entstehen neue Impulse für die Ausgestaltung kultureller Bildungsprojekte und Ko- operationsanlässe.
Der Kinder-Kultur-Sommer versteht sich als gemeinsame Anstrengung, auch für die Kinder Zugangsmöglichkeiten zu schaffen, die bislang von Angeboten kultureller Bildung eher ausgeschlossen sind. Erfolgreiche Kooperationen, die diese Hürden überwinden helfen, werden ausgebaut, neue ent- wickelt. Die Angebote werden auch darauf zu prüfen sein, wie anschlussfähig sie an die Bedürfnisse und Interessen der Kinder selbst sind. 



Der Kinder-Kultur-Sommer ist eine Initiative Freier Träger und Einrichtungen und des Jugendkulturwerks / Stadtjugendamt mit Unterstützung der drei Referate Schule, Kultur und Soziales. Er zielt auf ein umfassendes und über den Veranstaltungsanlass hinaus wirksames KOOPERATIONS- NETZWERK in Sachen Kultureller Bildung für Kinder und Jugendliche.
Seit Herbst 2006 und programmatisch erstmals mit dem Sommer 2007 präsentieren die Veranstalter (Stadtjugendamt / Jugendkulturwerk, ECHO e.V., Kinder- und Jugendmuseum München e.V., Kreisjugendring München-Stadt, Kultur & Spielraum e.V. München, Ökoprojekt-MobilSpiel e.V., PA/ Spielkultur e. V., PA/ Spielen in der Stadt e.V., Sportamt /Freizeitsport, Spiellandschaft Stadt e.V.) gemeinsam mit etwa 200 Partnern aus dem schulischen und außerschulischem Bereich kinderkulturelle Angebote in einem neuen Verbund.
Das Netzwerk realisiert arbeitsteilig die gemeinsamen Vorhaben und wählt eine Koordinationsstelle (Kultur & Spielraum e.V. / 2010), die die laufende Arbeit abwickelt, alle formalen Ver- tretungen und den Jahreshaushalt verantwortet. Mitglieder des Netzwerkes beteiligen sich aktiv an inhaltlich relevanten Arbeits- und Konzeptgruppen in der Stadt (z.B. Konzeption Kulturelle Bildung für München). 



Das Kürzel KiKS bezeichnet zwei Hauptprojektformate. Beide eint die gemeinsame Intention und Funktion als ÖFFENTLICHE PLATTFORM sowie die AUFFÄCHERUNG ALL DER ANGEBOTE und Einrichtungen, die unter Kinderkultur thematisch zu fassen sind. Um einer Verkürzung dessen, was unter Kinderkultur zu verstehen ist, vorzubeugen, folgt die inhaltliche Gliederung des Angebots nicht der klassischen Kulturspartenzuordnung, sondern einer Aufteilung in THEMENINSELN mit weichen Übergängen, viel Spielraum für Übergreifendes und komplett Neues. Den Phantasienamen der Inseln zugeordnet, finden sich assoziativ auch die bekannten Spartenbegriffe, ergänzt um Querschnittsthemen und aktuelle Inhaltsbereiche:
BILDERLUST: Bildende Kunst & Medien
MITTENDRIN: Geschichte & Politik
SCHÖNLAUT: Theater, Tanz & Musik
SPIELBALL: Sport & Spiel
GRÜNLAND: Umwelt & Nachhaltigkeit
MÜNCHNER FREIHEITEN: Reisen & andere Kulturen
SCHWERELOS: Zirkus & Bewegungskünste
WISSENSDURST: Literatur & Wissenschaft
Jährlich erscheint der knapp hundertseitige, kostenlose KiKS-REISEFÜHRER. Der Veranstaltungskalender von Juni bis September ermöglicht Kindern, Jugendlichen, Eltern, Erziehern und Lehrern einen umfassenden Blick auf die Kinderkultur- angebote in München. Ergänzt um die Darstellung einzelner Angebote, die Adressen aller beteiligten Einrichtungen sowie um Tipps zur eigenen Programm- und Freizeitgestaltung, die auch nach dem Kinder-Kultur-Sommer noch Bestand haben. Flankierend und täglich aktualisiert hierzu sind sämtliche Angebote, Partner und Veranstalter auf der Homepage www.kiks-muenchen.de zu finden.
Alle zwei Jahre findet das KiKS-FESTIVAL statt: An zentralem Ort in der Stadt wird für Schulen, Horte und Kindertagesstätten ein knapp zweiwöchiges Programm zusammengestellt, das am Nachmittag und an den Wochenenden offen ist für Kinder und Familien und für alle Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe. Die Kinder und ihre Begleiter sind eingeladen zu einer Entdeckungsreise durch die Angebotsvielfalt kultureller Bildungsprojekte in München. Ein Schwerpunkt wird darauf gelegt, Produktionen zu zeigen, die gemeinsam mit Kindern und für andere Kinder erarbeitet und gestaltet wurden.
Das KiKS-Festival präsentiert mithin viele und ganz unterschiedliche ERGEBNISSE KONTINUIERLICHER KULTURELLER BILDUNGSARBEIT von Schulen, Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen, Kulturinstitutionen und Vereinen. Alle Workshops und Angebote vor Ort sind zum MITMACHEN – ohne spezielle Voraussetzungen, ohne Anmeldungen (außer bei den Gruppen) und vor allem KOSTENLOS. Die Einbindung von Schulklassen und Gruppen aus verschiedenen Einrichtungen und Stadtteilen ist Programm. Schwellenängste und Vorbehalte sowie grundlegende Probleme mit Mobilität lassen sich am besten in einem abgesicherten Rahmen überwinden.
Der KiKS-Reiseführer sowie das Informationsmaterial vieler einzelner Anbieter werden systematisch und direkt an die Zielgruppe(n) verteilt. Über die bewährten und sehr gut funktionierenden Kommunikationskanäle, wie beispielsweise die Kinder- und Familieninformation im Rathaus oder die Sozialbürgerhäuser in den Stadtteilen, werden von den Mitveranstaltern in der Tradition von „REISEBÜROS“ zusätzliche VERTEILERSTELLEN eingerichtet. Der mobile KiKS-INFOPAVILLON ist bei allen zentralen Stadtereignissen und Großveranstaltungen für Kinder und Jugendlichen (z.B. Stadtgründungstag, Lesefest, Ferienprogramme) präsent. 


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